Hi. Mein Name ist Reto Hubmann. Ich werde hier einen Blog anfangen über Wissen, Philosophie und Religion.
Ich möchte zuerst einmal die heute am meisten verbreitete Ansicht untersuchen, dass alles ein Produkt der Natur sei und durch verschiedene Zufälle über Millionen von Jahren Menschen entstanden seien, die denken können. Dem zufolge wäre das Ich aber eine Illusion, denn alles wäre ja nur Materie, die in verschiedenen Formen daherkommt, als Baum, oder als Mensch oder als Fisch etc. Die Materie verfügt aber weder über ein Ich noch ist das Bewusstsein und das subjektive Empfinden real. Es ist einfach eine Folge dieser zufälligen Entwicklung: Lebewesen sind entstanden, für die das Ich zentral ist, um zu überleben. Aber die Materie ist einfach Materie. Ob sie nun ein Mensch ist oder wieder zur Erde wird. Das Ich des Menschen ist in diesem Weltbild nichts Reales. Es dient nur dem Zweck des Überlebens. Das ist die Sicht des Materialismus, der heute das Denken zum grössten Teil bestimmt. Zumeist sind sich die Menschen dessen aber gar nicht bewusst, denn sie sind nicht selber zu dieser Überzeugung gelangt, sondern haben sie sich über ihr Umfeld, durch die Bildungsstätten und die Kultur angeeignet und sie leben ihr Leben diesen Prinzipien zufolge, ohne sich darüber im Klaren zu sein.
Die philosophische Grundlage auf der wir stehen hat sehr weitreichende Folgen. Es geht dabei um Leben und Tod. Es geht dabei um die Frage: was passiert nach dem Tod? Der Materialismus antwortet darauf: der Mensch stirbt, verwest und existiert dann nicht mehr. Und das ist heute die vorherrschende Meinung. Was aber, wenn das nicht stimmt? Was wenn die Existenz mit dem Tod nicht beendet ist? Je nachdem wie es weitergeht, würde das heissen, dass der Mensch, der nach dem Materialismus gelebt hat, alles umsonst getan hat, weil die Konsequenz seines Lebens, z.b. die Wiedergeburt als Wurm darstellen könnte. Was hat es ihm dann genützt, dass er reich war und Erfolg hatte? Es hat ihm vielleicht ein angenehmes Leben gebracht, aber dafür ist das zukünftige Leben umso schlimmer. Oder was wenn er das ewige Leben nicht empfängt, sondern die Vernichtung seiner Seele, weil er nicht an Gott glauben wollte, der jedem das ewige Leben verspricht, der an ihn glaubt und nach seinen Geboten lebt? Es ist verständlich, dass der materialistische Mensch sich diese Gedanken lieber nicht macht: zu viel steht da auf dem Spiel.
Und im Kollektiv versuchen sich die Materialisten gegenseitig zu bestätigen, denn insgeheim zweifeln sie doch irgendwie an ihren eigenen Überzeugungen. Das erklärt auch die Feindseligkeit gegenüber den Religionen. Man hat die Debatte über diese Fragen deshalb aus dem öffentlichen Diskurs verbannt. Mit „Glauben“ beschäftigen sich die Institutionen des „Wissens“, die Universitäten deshalb nicht mehr ernsthaft. Die grossen Sinnfragen des Lebens wurden aus der Forschung ausgeschlossen. Wäre es nicht gerade diese Fragen, die es verdienen würden, von den hellsten Köpfen untersucht zu werden?
